Eine Perspektive für den Spreepark
Seit fünf Jahren verwahrlost ein ehemaliger Vergnügungspark an der Spree im Osten Berlins. Ehemals belebte Wege werden von Unkraut überwuchert, Sträucher schießen zwischen den Schienen der Achterbahn empor und Bäume schlagen auf alten Fahrgeschäften ihre Wurzeln. Fischreiher tummeln sich auf der still gelegten Wasserbahn, Frösche quaken in morastigen Tümpeln und Insekten umschwirren wild wachsende Blumen auf ungemähten Wiesen. Staub legt sich über die Räume der leeren Restaurants, die Holzbänke des Amphitheaters verrotten langsam und die riesigen umgestürzten Dinosaurier sind stille Zeugen einer vergangen Spaßepoche. Die Atmosphäre des verlassenen Areals mutet eines Science-Fiction Films an, in dem die Menschen längst Vergangenheit sind und die Natur sich städtischen Raum zurückerobert.GESCHICHTE
1969 wurde der Park als Kulturpark Plänterwald auf einer Fläche von 29,5 Hektar eröffnet. Der einzige ständige Vergnügungspark der ehemaligen DDR liegt in direkter Spreenähe im Plänterwald, Bezirk Treptow-Köpenick. Er zog jährlich bis zu 1,7 Mio. Besucher an und bot als besondere Attraktion das Riesenrad, welches zum Wahrzeichen der Umgebung wurde.In den 90er Jahren wurde der Freizeitpark schrittweise nach westlichem Vorbild umgestaltet. So wurde die asphaltierte Fläche um das Riesenrad aufgebrochen und in eine Wasserlandschaft umgewandelt. Weitere Highlights wie zum Beispiel Achterbahn, Wildwasserbahn, eine Bühne für Shows und ein Westerndorf wurden in die Landschaft eingebettet.
Seit 1999 hatte der Park mit großen Schulden zu kämpfen und mußte 2001 Insolvenz anmelden. Bis heute lastet eine Restschuld von 11 Mio. Euro für das Land Berlin auf dem Gelände, das seit dem Jahr 2002 durch einen Zaun von der öffentlichkeit getrennt ist. An den übrig gebliebenen Fahrgeschäften und Gebäuden nagt der Zahn der Zeit und die Natur erobert sich ihren Raum zurück.
BISHER VORGESCHLAGENE NUTZUNGSMöGLICHKEITEN
Seit 2002 gab es viele Vorschläge, was mit dem Park passieren sollte, die jedoch alle gescheitert sind:- Übernahme und Umwandlung in einen traditionellen europäischen Familienerlebnispark durch eine französische Firma sowie später ein dänisches Unternehmen;
- Renaturierung des Parks gefordert von Seiten der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus;
- Erklärung des geschlossenen Parks zum Kunstwerk durch einen schwedischen Künstler;
- und selbst die Umwandlung in einen hochwertigen und umweltverträglichen Kultur- und Freizeitpark, beabsichtigt durch das Land Berlin, konnte bis zum heutigen Tag nicht umgesetzt werden.
Aktuell stehen zwei weitere Ideen für eine Neunutzung im Raum:
Nach den Vorstellungen der vom neuen Eigentümer der Nalepastraße beauftragten Projektentwicklungsgesellschaft Meteor AG und Go East Invest SE soll das Gelände des ehemaligen DDR-Rundfunks mit dem gegenüberliegenden Spreeparkufer durch eine Brücke zu einem riesigen Freizeit- und Shoppingpark vereint werden.
Außerdem hat Außerirdischenforscher Erich von Däniken Interesse bekundet, in Berlin einen Park – ähnlich dem insolventen Mystery Park in der Schweiz – zu errichten. Als möglichen Ort wurde ihm der Spreepark vorgeschlagen.
Die Gründe für die bisher nicht verwirklichten Ideen liegen auf der Hand:
1. Grundschuld in Höhe von 11 Mio. Euro,
2. zu hohe Kosten für die Entsorgung der vorhandenen Bauten und anschließende Renaturierung,
3. die ca. 20 Menschen, die das ehemalige Westerndorf innerhalb des Parkgeländes bewohnen,
4. keine Möglichkeit, die nahe liegende Uferpromenade der Spree mit einzubeziehen,
5. die schlechte wirtschaftliche Lage Berlins.
Folgende Kriterien für die Umgestaltung des Geländes bildeten den Rahmen für unser Konzept:
Der Park soll der öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, der alte Baumbestand erhalten bleiben, das Grundstück teilweise renaturiert und ökologisch kultiviert werden und für das Land Berlin sollen die Kosten für die Umwandlung des Parks niedrig gehalten werden.
